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Employer Branding

Quereinsteiger IT

Vom Steuerrecht zur IT – wieso? Mit diesem Blog möchte ich meine Beweggründe für einen Branchenwechsel und meine Erfahrung diesbezüglich mit euch teilen. Eins vorweg: Mutig zu sein lohnt sich!

Nach erfolgreich absolviertem Studium zum Bachelor of Arts mit Fachrichtung Steuern und Prüfungswesen arbeitete ich noch ein paar Jahre in einer Steuerkanzlei. Ich erstellte Jahresabschlüsse und wirkte bei Wirtschaftsprüfungen mit. Da ich stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen bin, stellte sich schnell die Frage: Wie geht es weiter? Für mich war klar, den Steuerberater- oder Wirtschaftsprüfertitel möchte ich nicht machen. Daher wurde mir bewusst, dass ich das, was ich heute mache, auch noch in 20 Jahren machen werde, wenn ich in dieser Branche bleibe. Natürlich unter der Voraussetzung, dass meine Tätigkeit durch die voranschreitende Digitalisierung nicht irgendwann durch ein Programm ersetzt wird. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, es muss was passieren. Doch was?

Auf der Suche nach der Herausforderung begann ich mich für Stellen im Finance Bereich bei Wirtschaftsunternehmen zu bewerben. Dabei kamen für mich nur Großkonzerne in Betracht, die aufgrund weltweiter Betätigung unterschiedlichste, länderspezifische Gesetze einzuhalten haben und dennoch organisatorisch vereinheitlicht sind. Doppelbesteuerungsabkommen und Konzernrechnungslegung, das klingt doch mal nach einer Herausforderung! Leider nein, denn nach ein paar Vorstellungsgesprächen wurde mir bewusst, dass ich zum Schluss doch nur wieder Gesetze wälze und die rechtlichen Vorgaben umsetzte, zwar nun mit anderem Schwerpunkt, aber dennoch ohne Aussicht auf Aufstiegschancen. Und jetzt? Was soll ich machen? Wo will ich hin?

Ich selbst sah mich aufgrund des Studiums in der Steuerbranche verhaftet. Ein langjähriger Freund, der bereits bei der OctoCon AG arbeitete, machte mir Mut, die Richtung Consultant mit Schwerpunkt Finance einzuschlagen. Er versuchte es zumindest, denn mir war nicht klar, was ich in der IT-Branche verloren hätte. Schließlich war ich nicht sonderlich IT affin. Bisschen Internetrecherche, bisschen E-Mail schreiben, kein Thema. Aber ich kann doch nicht programmieren!

Kurz nach Versand der Bewerbung wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Dieses verlief äußerst angenehm, es war eher vergleichbar mit einem Date. Man war zwar die ersten Minuten nervös, aber dies legte sich sehr schnell dank der sofortigen Du-Form und der angenehmen Art von Frank Maier. Man wurde nicht abgefragt, es war schlicht ein Kennenlernen. Meiner Sorge, dass ich keine Kenntnis im Bereich IT habe, begegnete Frank Maier mit: „Das macht doch nichts. Du wirst sehen, IT macht 20 % deines Tagesgeschäfts aus, der Rest ist das Wissen über betriebswirtschaftliche Abläufe. Die 20 % IT werden wir dir beibringen, das ist kein Problem.“ Diese Aussage beruhigte, aber mir war dennoch unklar, was genau ich hier verloren habe. Also bat ich um ein Probeschnuppern, das mir auch bereitwillig gewährt wurde. An diesem Tag wurde ich von allen Kollegen freundlich und interessiert begrüßt. Nach 4 Stunden war mein Schnuppertag bei der Octocon vorbei und mir war klar: hier will ich sein, hier gehör ich hin. Ich legte volles Vertrauen in Frank und seine Aussage, dass ich mit meinem bisherigen Wissen hier gut aufgehoben bin. Verlieren konnte ich schließlich nichts. Also, was soll’s, let’s try!

Ich wurde nicht enttäuscht. Mein Vertrauen war richtig! Um mir den Einstieg in die Navision Welt einfacher zu machen, wurde ich auf Schulungen geschickt. Nach vier Wochen Schulung hatte ich schon ein wenig die Logik von Microsoft Dynamics Navision verstanden und konnte schon ab und an behilflich sein. Zudem durfte ich mir alle erdenkliche Zeit nehmen, um mich mit online Schulungen und Büchern weiter in die Materie einzuarbeiten. Nach gerade mal zwei Monaten war ich schon in Projekte involviert, durfte testen, Dokumentationen schreiben und kleinere Supportfälle übernehmen.

Nach nun über einem Jahr Octocon habe ich eigene Projekte, die ich selbständig betreue. Gerade weil wir bei der Octocon Großkonzerne zu unseren Kunden zählen, habe ich weiterhin mit unterschiedlichsten, gesetzlichen Regulatorien und der vereinheitlichten Darstellung der Unternehmensdaten zu tun. Von meinem Studium profitiere ich also weiterhin, nun eben unter dem Gesichtspunkt IT. Dabei stelle ich immer wieder fest, was ein immenses Vertrauen den Mitarbeitern von der Führungsebene entgegengebracht wird. Wenn erforderlich, erhält man konstruktive Kritik, an der man wachsen kann. Dies war schlussendlich auch der Grund, dass ich in so kurzer Zeit ein vollwertiges Mitglied wurde und nun aktiv zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Ja, Frank Maier hatte mal wieder recht. 😊

Wichtig waren mir beim neuen Job aber auch eine gute Work-Life-Balance und ein angenehmes Arbeitsumfeld. Was mich bei der Octocon erwartete, übertraf jedoch jegliche Vorstellung. Kollegen, die alle an einem Strang ziehen und zusammenhalten, sich füreinander freuen und mit dem anderen mitfiebern. Ein Team mit gegenseitiger Wertschätzung und der Begegnung auf Augenhöhe, das gerne miteinander lacht und sich in allen Belangen gegenseitig unterstützt. Gleitarbeitszeit und nie wieder ein schlechtes Gewissen beim Urlaubsantrag, da dem Chef selbst die Zeit mit der Familie und für Sport genauso wichtig sind, wie der berufliche Erfolg. Die Tür von Frank Maier steht nicht nur immer offen, er hat auch immer ein offenes Ohr für einen, selbst wenn er im Stress sein sollte. Und besonders sympathisch: Frank Maier weiß was er kann, spielt aber nie den Chef. Im Gegenteil, er stimmt auch gerne mal in ein Lied ein, wenn man an seinem Büro singend vorbeiläuft. Richtig gelesen, wir singen bei der Arbeit! Das alles sind genau die Gründe, weshalb man sich wie zu Hause fühlt, hier bei der Octocon-Familie. Jeden Tag stehe ich auf und freue mich auf meinen Arbeitstag. Dass dies überhaupt so sein kann, hielt ich bisher für Utopie. Nun wurde ich eines Besseren belehrt – man lernt ja bekanntlich nie aus.

Daher bleibt mir nur zu sagen: seid mutig, es zahlt sich aus!

Bleibt gesund, eure Annette.