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Employer Branding

#05 – DWZJC – Sprint oder Marathon?

Herzlich willkommen bei meinem Blog – Der Weg zum Junior Consultant. Derzeit frage ich mich öfters: Ist das Leben ein Marathon oder ein Sprint? In diesem Blogeintrag möchte ich mit euch ein paar meiner Gedanken hierzu teilen und euch dies im Kontext meines Arbeitsalltags veranschaulichen.

Grundsätzlich ist wohl jedem klar: Permanentes Durchsprinten ist nicht möglich und auch nicht menschlich, wenn auch manchmal erforderlich. Zusätzlich sind Fähigkeiten wie Selbstsicherheit, Weitsicht und Geduld gefragt, gerade hier im NAV-ERP Bereich.

Das habe ich vor allem bei unserem internen Updateprojekt festgestellt. Nachdem wir die wichtigen Einrichtungen der neuen ERP-Version Dynamics Business Central 365 vorgenommen hatten, musste ich das Ergebnis in Form einer GAP/FIT präsentieren – und das Ganze vor der Geschäftsleitung. Hier war Selbstsicherheit gefragt. Bei einer GAP/FIT wird die mögliche Abbildung der aktuellen Geschäftsprozesse mit der Software-Standardlösung analysiert, um Lücken zu erkennen und deren individuelle Umsetzungsmöglichkeit zu diskutieren. Da eine solche Diskussion aus der gemeinsamen Erörterung möglicher Lösungen besteht und dabei viele Meinungen und Ideen einfließen, war Geduld gefragt. Um zwischen den ausgearbeiteten Alternativen die Beste wählen zu können, ist Weitsicht erforderlich. Nur so können vorab weitere Auswirkungen abgesehen werden.

Das Ergebnis der GAP/FIT habe ich dann gemeinsam mit unserem Praktikanten umgesetzt. Gemeinsam haben wir Themen wie die Mitarbeiter Zeiterfassung und die Erstellung der Firmenbelegen erarbeitet. Künftig sollen diese nämlich im Business Central automatisiert generiert werden und unserer Corporate Identity entsprechen. Zudem müssen natürlich auch rechtliche Vorgaben berücksichtigt und das Layout nach den Vorstellungen der Geschäftsleitung gestaltet werden. Gemeinsam mit dem Praktikanten fokussierten wir uns zunächst intensiv auf die Ausarbeitung der Details. Anschließend programmierte der Praktikant die notwendigen Anpassungen. Die Belege mussten immer wieder nachjustiert werden, damit am Ende alles passt. Parallel dazu liefen unsere Kundenprojekte weiter und lasteten die meisten Ressourcen (Mitarbeiter) sehr stark aus. Meine persönliche Herausforderung war hierbei, den Spagat zwischen den Kundenprojekten und dem internen Projekt hinzubekommen, damit beides weiter nach Plan verläuft. Das erste Mal war ich so richtig stolz auf mich, denn ich habe es geschafft und das, obwohl ich keinen Spagat kann. 😀

Die Bearbeitung der Kundenprojekte erfolgt bei uns mit einem Ticketsystem nach der SCRUM-Methode. Dies ist ein Vorgehensmodell des Projektmanagements, bei dem die einzelnen Arbeitspakete in sogenannte Sprints gegliedert werden. Ist doch alles ein Sprint? Gott sei Dank nicht, es gibt auch Zeit durchzuatmen. Denn die Sprints sind lediglich einzelne Meilensteine, die gemeistert werden müssen, um das Gesamtziel zu erreichen. Man kann also zusammenfassen, dass das Gesamtziel einem Marathon gleicht, der aus einzelnen Sprints besteht.

Außerdem durfte ich mich, wie in Blog 4 angekündigt, auf meiner ersten Dienstreise beweisen. Für meinen Projektpartner und mich ging es nach München zu einem Automobilzulieferer. Natürlich war ich aufgeregt, aber auf eine schöne Weise, denn ich war gespannt, was mich erwarten wird.

Schlussendlich war der Termin auch wirklich superspannend. Wir haben uns die Prozesse im bisherigen Navision detailliert angeschaut. Im Fokus standen dabei die logistischen Prozesse des Betriebs und deren Umsetzung. Alle besprochenen Punkte wurden von mir aufgenommen und auch gleich Lösungsalternativen in der neuen Version gezeigt bzw. besprochen. Wir starteten also unser neues Projekt auch wieder mit einer GAP/FIT Analyse.

Da der erste Kundentermin sehr erfolgreich ablief, durfte ich gleich den nächsten wahrnehmen. Auf diese Dienstreise konnte ich mich besonders freuen, denn es ging nach Polen, dem Heimatland meiner Eltern. Deshalb kenne ich das Land natürlich schon recht gut. Im Arbeitskontext war das jedoch noch mal anders.
Wir waren eine Woche lang in der Niederlassung, halfen den Key-Usern die benötigten Tests durchzuführen und aufgetretene Schwierigkeiten zu lösen. Dabei zeigten wir auch die geänderte Handhabung des neuen Systems, neue Funktionen und gaben hilfreiche Tipps, die den Arbeitsalltag erleichtern. Der Termin lief durchgehend positiv. Die Kunden waren sehr interessiert und stellten viele wichtige Fragen, was wohl nicht selbstverständlich ist, wie ich mir sagen ließ.

Während unseres Aufenthalts wurden wir bestens versorgt. Es gab die ganze Zeit über Kaffee und Kekse, gutes Mittagessen und 2 Mal gingen wir mit dem Kunden gemeinschaftlich in ausgewählte Restaurants Abendessen. On top gab es noch eine kleine historische Stadtführung durch den polnischen Projektleiter. Gefühlt kehrte ich am Montag mit 5 Kilo mehr an meinen Arbeitsplatz zurück.

Nach diesen ganzen spannenden Erfahrungen fühle ich mich beruflich etwas weiser, bin stolz über die gemeisterten Meilensteine und kann nun noch mehr Dinge selbstständig erledigen.

Also stellte ich mir erneut die Frage: Bin ich jetzt offiziell Junior Consultant? Ich behaupte ja. Ich bin in meine Aufgabengebiete schnell reingewachsen, habe mir neues Wissen angeeignet und kann dieses mittlerweile selbstständig anwenden. Außerdem bin ich mir darüber bewusst, was ich weiß und was nicht und bin motiviert, neue Dinge dazuzulernen. Genau das macht einen Junior Consultant aus.

Falls du, lieber Leser, auf den Geschmack gekommen bist kannst gerne über die sozialen Netzwerke oder unsere Homepage persönlich mit uns in Kontakt treten. Ich freue mich über Fragen oder einen persönlichen Austausch.

Bleibt gesund und bis zum nächsten mal!